Du kannst aber wirklich stolz darauf sein, dass du Suppen, Nudeln und viele andere Gerichte so gut hinbekommst. Fleisch ist für viele einfach die schwierigste Kategorie – das hat nichts mit fehlendem Talent zu tun, sondern mit Übung und Erfahrung. Und: Man muss Fleisch gar nicht so oft essen. Viele großartige Gerichte kommen komplett ohne aus.
Ich persönlich konsumiere Fleisch inzwischen ganz bewusst und kaufe es nur noch direkt vom Hof, der in regelmäßigen Abständen Rind oder Geflügel anbietet. Da weiß ich, dass die Tiere artgerecht leben, mit hofeigenem Futter versorgt werden und möglichst stressfrei – ohne Transport – direkt vor Ort geschlachtet werden. Dadurch geht das Ganze mit einem viel besseren Gefühl einher, und man lernt, Fleisch wirklich wertzuschätzen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Qualität dieses Fleisches auch eine ganz andere ist, als im Supermarkt. Vielleicht liegt es ja auch gar nicht so sehr an deinen Kochkünsten, sondern eher an der Qualität des Fleisches.
Hier auf jeden Fall aber noch ein paar Tipps:
Rindfleisch:
- Beim Braten Rindfleisch zuerst bei hoher Hitze scharf anbraten, damit sich gute Röstaromen bilden, und es dann bei mittlerer Hitze fertig garen.
- Bei Steaks helfen Kerntemperaturen sehr: medium rare etwa 54–56 °C, medium etwa 58–60 °C. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn beim bereits gewendeten Steak oben Saft austritt, dass es dann perfekt medium ist, da brauch ich gar keine Temperatur.
- Nach dem Braten das Fleisch immer ein paar Minuten ruhen lassen, damit sich der Fleischsaft verteilt.
- Zum Schmoren (z. B. Gulasch, Braten, Beinscheiben) das Fleisch kräftig anrösten und anschließend bei niedriger Hitze wirklich viele Stunden garen, bei mir zerfällt es dann fast
Geflügel:
- Geflügel muss vollständig durchgegart sein (Kerntemperatur etwa 72–75 °C).
- Geflügelbrust gelingt besser bei moderater Hitze, sonst wird sie schnell trocken.
- Für knusprige Haut beim Braten die Hautseite zuerst braten und ohne Deckel arbeiten.
- Ganze Hähnchen im Ofen benötigen etwa eine Stunde pro Kilo bei 180 °C.
Allgemein:
- Fleisch vor dem Braten trocken tupfen, damit es besser bräunt.
- Nicht zu früh salzen, außer beim Kurzbraten.
- Das Fleisch möglichst wenig wenden.
- Grillfleisch vorher auf Raumtemperatur kommen lassen.
- Lieber etwas sanfter garen und dafür länger, besonders bei dicken Stücken.