Der Kauf einer Immobilie auf Mallorca ist nur der erste finanzielle Schritt. Die laufenden Kosten sind deutlich vielfältiger als viele Käufer erwarten. Hier eine detaillierte Übersicht:
IBI (Impuesto sobre Bienes Inmuebles) – Grundsteuer:
- Die jährliche Grundsteuer wird von der jeweiligen Gemeinde erhoben.
- Sie richtet sich nach dem Katasterwert der Immobilie, nicht nach dem Kaufpreis.
- Üblicherweise liegt sie zwischen 0,4 und 1,1 % des Katasterwerts.
- Für eine typische Wohnung zahlt man etwa 400 bis 1.500 Euro pro Jahr, bei Luxusvillen auch deutlich mehr.
- Wichtig: Der Katasterwert kann bei neueren Käufen deutlich unter dem Marktwert liegen.
Community Fees (Comunidad de Propietarios):
- In Wohnanlagen mit Gemeinschaftseigentum (Aufzug, Pool, Garten, Außenanlagen) sind diese Beiträge Pflicht.
- Die Höhe hängt stark von der Anlage ab: Einfache Wohnungen ohne Pool ab etwa 50 Euro pro Monat, Anlagen mit Pool, Garten und Concierge können 150 bis 400 Euro pro Monat kosten.
- Die Comunidad kann Sonderumlagen beschließen, etwa für Fassadensanierung oder Dachreparaturen.
Nichtansässigensteuer (Impuesto sobre la Renta de No Residentes):
- Wer in Spanien steuerlich nicht ansässig ist (also seinen Hauptwohnsitz nicht in Spanien hat), muss diese Steuer zahlen.
- Sie beträgt 24 % auf einen fiktiven Eigentümerwert (1,1 % des Katasterwerts) bei Immobilien, die nicht vermietet werden.
- Beispiel: Katasterwert 200.000 Euro → fiktiver Ertrag 2.200 Euro → Steuer ca. 528 Euro pro Jahr.
- Bei Vermietung wird stattdessen 24 % auf die tatsächlichen Mieteinnahmen erhoben.
Müllabfuhr (Tasa de Basuras):
- Wird jährlich von der Gemeinde in Rechnung gestellt.
- Üblicherweise 80 bis 200 Euro pro Jahr.
Versicherungen:
- Eine Gebäudeversicherung ist dringend empfohlen, eine Hausratversicherung ebenfalls.
- Jahreskosten: Gebäudeversicherung ca. 300 bis 800 Euro, Hausratversicherung ca. 150 bis 400 Euro.
Versorgungsleistungen:
- Strom, Wasser, Gas und Internet fallen zusätzlich an.
- Strom ist auf Mallorca teurer als in Deutschland (ca. 0,25 bis 0,35 Euro/kWh).
- Wasser wird oft über Hausanschlüsse gemeinsam abgerechnet.
Verwaltung (bei Vermietung):
- Wer die Immobilie touristisch vermietet, braucht eine Verwaltung oder Property Manager.
- Kosten: 15 bis 25 % der Mieteinnahmen.
- Zusätzlich können Reinigungskosten zwischen 80 und 150 Euro pro Aufenthalt anfallen.
Übersicht typischer Jahreskosten (Beispiel: Wohnung mit 120 m², Katasterwert 180.000 Euro):
- IBI: ca. 600 bis 900 Euro
- Community Fees: ca. 1.200 bis 2.400 Euro
- Nichtansässigensteuer: ca. 475 Euro
- Müllabfuhr: ca. 120 Euro
- Versicherungen: ca. 500 bis 1.000 Euro
- Strom und Wasser: ca. 800 bis 1.500 Euro (je nach Nutzung)
- Gesamt: ca. 3.700 bis 6.400 Euro pro Jahr
Im Vergleich zu Deutschland:
In Deutschland fallen die Grundsteuer und Hausgelder ähnlich aus. Neu ist für deutsche Käufer vor allem die Nichtansässigensteuer – diese gibt es in Deutschland nicht in dieser Form. Auch die höheren Stromkosten und die Community Fees fallen oft höher aus als erwartet.
Tipps für die Budgetplanung:
- Unbedingt vor dem Kauf den aktuellen IBI-Bescheid und die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen anfordern
- Rücklagen für Sonderumlagen bilden (mindestens 1 bis 2 % des Immobilienwerts pro Jahr)
- Steuerberater mit Spanien-Expertise hinzuziehen
Fazit: Mit jährlichen Gesamtkosten von 4.000 bis 7.000 Euro für eine Standardwohnung sollte man realistisch rechnen. Wer die Immobilie vermietet, kann einen Teil der Kosten steuerlich geltend machen und die laufenden Kosten teilweise decken.