Eine elektrische Markise ist eine lohnende Investition für Terrasse und Balkon – sie spendet Schatten auf Knopfdruck und kann den Wohnbereich nach draußen erweitern. Die Preisspanne ist allerdings groß, und Qualität hat ihren Preis.
Bauarten von elektrischen Markisen:
- Kassettenmarkise: Tuch und Arme sind im eingefahrenen Zustand komplett in einem Gehäuse geschützt. Die beste Wahl bei exponierter Wandseite, da das Tuch vor Regen, Schmutz und UV-Strahlung geschützt ist. Höherer Preis, aber deutlich längere Lebensdauer.
- Halbkassettenmarkise: Das Tuch wird teilweise geschützt, die Arme bleiben sichtbar. Ein guter Kompromiss aus Preis und Schutz, geeignet für überdachte Wandseiten.
- Offene Markise (Gelenkarmmarkise): Tuch und Mechanik bleiben sichtbar. Die günstigste Variante, aber das Tuch ist der Witterung ungeschützt ausgesetzt. Nur empfehlenswert bei sehr geschützter Wand.
Wichtige Ausstattungsmerkmale:
- Windwächter: Unverzichtbar. Ein Sensor fährt die Markise automatisch ein, wenn die Windstärke einen kritischen Wert erreicht. Ohne Windwächter kann bereits eine plötzliche Böe die Arme verbiegen oder das Tuch zerreißen.
- Sonnensensor: Fährt die Markise automatisch aus, wenn die Sonneneinstrahlung einen eingestellten Wert überschreitet. Praktisch für Arbeitstage, wenn man nicht zu Hause ist.
- Funkfernbedienung: Standard bei elektrischen Markisen. Achten Sie auf Reichweite (mindestens 30 m) und ob Wandhalterung inklusive ist.
- Zeitsteuerung: Manche Modelle lassen sich programmieren, etwa zum automatischen Einfahren am Abend.
Tuchqualität und UV-Schutz:
- Material: Acrylglasgewebe (Acryl) ist der Standard für gute Markisen. Es ist wasserabweisend, farbecht und langlebig. Polyester ist günstiger, aber weniger widerstandsfähig.
- UV-Schutz: Der Lichtdurchlasswert (UPF) sollte bei mindestens 40 liegen, besser 50+. Das entspricht einem UV-Schutz von 97,5 bis 99 Prozent.
- Farbwahl: Helle Farben reflektieren mehr Licht und halten das Tuch kühler, dunkle Farben spenden dunkleren Schatten, erwärmen sich aber stärker. Die Farbe sollte zur Fassade passen.
- Wasserabweisung: Auch wenn Markisen nicht für Starkregen ausgelegt sind, sollte das Tuch imprägniert sein, damit es bei leichtem Regen nicht durchweicht.
Motor und Technik:
- Motorenmarken: Markenmotoren gelten als zuverlässiger und leiser als No-Name-Alternativen
- Garantie: Auf den Motor sollten mindestens 5 Jahre Gewährleistung gewährt werden
- Stromanschluss: Ein fester Stromanschluss in der Nähe ist ideal. Kabel lose über die Wand führen ist unschön und bei Feuchtigkeit riskant
- Notkurbel: Praktisch als Backup – damit lässt sich die Markise bei Stromausfall manuell bewegen
Befestigung und Montage:
- Wandmontage vs. Deckenmontage: Abhängig von der Hauswand und der gewünschten Höhe. Die Wand muss tragfähig sein – bei Wärmedämmverbundsystem (WDVS) sind spezielle Dübel nötig
- Ausladung: Die maximale Ausladung bestimmt, wie weit die Markise in die Terrasse hineinreicht. Üblich sind 2,50 bis 4,00 m
- Breite: Die Markisenbreite sollte die Terrassenbreite mindestens abdecken, besser noch 50 bis 100 cm mehr für seitlichen Sonnenschutz
- Neigungswinkel: Verstellbar bei guten Modellen – wichtig, wenn die Sonne tief steht
Preisbereiche:
- Einstieg (400–800 Euro): Offene Markisen, manuell oder mit einfachem Motor, eingeschränkte Haltbarkeit
- Mittelklasse (800–2.000 Euro): Halbkassettenmarkise mit Markenmotor, Windwächter, Acryltuch
- Premium (ab 2.000 Euro): Kassettenmarkise mit vollem Sensoren-Paket, hochwertigem Tuch und Montageservice
Die Montage durch einen Fachbetrieb kostet meist 200 bis 500 Euro extra, ist aber bei schweren Kassettenmarkisen dringend zu empfehlen.
Wartungstipps:
- Tuch regelmäßig abbürsten und bei Bedarf mit Markisenreiniger waschen
- Gelenke einmal jährlich fetten
- Im Herbst rechtzeitig einfahren und nicht bei Frost ausfahren
- Bei Kassettenmarkisen: Kontrolle, ob der Wasserablauf im Gehäuse frei ist
Fazit: Die wichtigste Entscheidung ist die Bauart – eine Kassettenmarkise ist die Investition wert, wenn die Wandseite der Witterung ausgesetzt ist. Windwächter und ein Markenmotor sollten Pflicht sein, beim Tuch auf Acryl mit UPF 50+ achten. Die Montage sollte professionell durchgeführt werden, besonders bei sanierungsbedürftigen Fassaden.